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Vom Rohwasser zum Trinkwasser

In dem Erweiterungsteil des neuen Wasserwerkes wird das Wasser verrieselt, um wieder eine Sauerstoffanreicherung und Reduzierung von Kohlenstoffdioxid zu bewirken. Dabei steigt auch der pH-Wert, sodass der gewünschte Gleichgewichts-pH-Wert ohne chemischen Einsatz durch rein physikalische Verfahren erreicht wird. Durch Sauerstoffanreicherungen oxidieren Mangan und Eisen zu schwerlöslichen Verbindungen, die in der anschließenden Filtration entfernt werden. Für die Aufnahme des Rückspülwassers steht auch hier ein Absetzbecken zur Verfügung.
Das so fertig aufbereitete Wasser wird durch eine Chlorgas-Zugabe gegen Wiederverkeimung geschützt. Des Weiteren kann bei Bedarf ein Inhibitor (Hemmstoff, der chemische Vorgänge hemmt oder verhindert) zugegeben werden, mit dem eine Feineinstellung des pH-Wertes erfolgt und die Korrosion des teilweise ungeschützten Rohrnetzes verhindert wird. Dieses Wasser entspricht allen Parametern der Trinkwasserverordnung, der EU-Richtlinie und den Grenzwerten der Weltgesund-heitsorganisation und wird über ein neues Pumpwerk in das Verteilungsnetz der Stadtwerke Witten eingespeist. Der gesamte Aufbereitungsprozess von der Wasserentnahme aus der Ruhr bis zur Trinkwasserförderung wird automatisch überwacht und gesteuert, so dass Störungen frühzeitig erkannt und behoben werden können. Alle wichtigen Aggregate sind doppelt angelegt, so dass eine hohe Mengen- und Gütesicherheit für die nächsten Jahrzehnte gewährleistet ist.
Die Gewinnung von Rohwasser erfolgt ausschließlich aus dem Grundwasserleiter der Ruhr. Da die Neubildung des Grundwassers aus Niederschlägen und der Uferfiltration die Entnahme nicht ausgleichen kann, sind in den Gewinnungsgebieten „Apfelweide“ und „Auf der Bleiche“ zusätzliche Versickerungsbecken errichtet worden, um durch künstliche Infiltration von Ruhrwasser das Grundwasser anzureichern.

Das zur Grundwasseranreicherung dem Mühlengraben, einem aufgestauten Seitenarm der Ruhr, entnommene Wasser wird nach einem Grob- und Feinrechen in der Schnellfilteranlage im Bereich des Eisenbahnviadukts vorgereinigt. Dabei werden über 95% der abgefilterten Stoffe zurückgehalten. Bei Verschmutzung der Filter erfolgt eine maschinelle Reinigung durch Rückspülung mit Wasser und Luft. Das Rückspülwasser wird in ein Absetzbecken geleitet. Das Überstandwasser wird in die Ruhr zurückgeführt, der abgesetzte Schlamm in Trockenbeeten weiter eingedickt und dann entsorgt. Das vorgereinigte Wasser aus der Schnellfilteranlage gelangt nun auf die Versickerungsbecken, durchströmt den Untergrund und wird in Sickergalerien und Brunnenreihen wieder aufgefasst. Bei der Untergrundpassage werden dabei filtrierbare und gelöste Wasserinhaltsstoffe zurückgehalten und überwiegend biologisch abgebaut. Dabei kommt es zu einer Sauerstoffzehrung und zu einem Anstieg von Kohlenstoffdioxid.