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Geschichte Wasserversorgung Witten

100 Jahre Wasserversorgung von 1867 bis 1967


Zum Geleit!

Am 24. Oktober 1967 sind 100 Jahre vergangen, seitdem die damals wagemutige Idee der Stadt Witten in die Tat umgesetzt und das erste Wasserwerk im Regierungsbezirk Arnsberg in Betrieb genommen wurde. Damit hatte der Mitte des vergangenen Jahrhunderts oft fühlbar gewordene Wassermangel endgültig sein Ende gefunden.
Die Wittener Wasserversorgung hat stets gut funktioniert. In ihrer einhundertjährigen Geschichte war die Förderung 1 ½ Tage nach der Möhnekatastrophe 1943 und etwa eine Woche bei Kriegsende im April 1945 unterbrochen. Wo Kriegseinwirkungen das Rohrnetz zerstörten, wurde hart gearbeitet, um die Bevölkerung schnellstens wieder mit dem lebensnotwendigen Wasser zu versorgen. Jedermann weiß, daß ohne eine zentrale Wasserversorgung das heutige Leben nicht mehr denkbar ist.
An dieser Stelle danken wir allen Werksangehörigen, die ihre ganze Kraft dem Aufbau und Wiederaufbau der Wasserversorgung in Witten gewidmet haben.
Den Wittener Bürgern aber sei versichert, daß alles getan wird, um die Wasserversorgung auch im zweiten Jahrhundert ihres Bestehens weiter auszubauen und zu sichern.

Witten, im Oktober 1967

Ottlinger, Oberbürgermeister
Dr. Dreidoppel, Oberstadtdirektor




Wasserversorgung durch Brunnen

Die Ursache der Gründung des Wasserwerkes war der hier auftretende Wassermangel, der sich besonders in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts steigerte. Früher war es anders damit gewesen. Das Wittener Gelände hatte sogar einen Wasserüberfluß gehabt. Die Bäche waren zur Regenzeit überfüllt. Der Wannenbach konnte zwei Mühlen, außerdem ein Hammerwerk in Betrieb setzen. Die Hüstenbecke führte 1596 noch so viel Wasser, daß der Gerichtsherr daran dachte, dort eine Walkmühle zu errichten.
Aber durch den Waldschwund und insbesondere durch den aufkommenden Bergbau versiegten die Wasseradern und wurden unterirdisch abgeleitet. Im 18. Jahrhundert herrschte periodenweise Wassermangel. Bereits damals war ein Gemeindebrunnen vorhanden, der vor dem Hause Herdegen an der Bahnhofstraße stand. Der letzte v. d. Reck hatte ihn mit einem preußischen Adler verzieren lassen. Dicht neben diesem Brunnen gab es noch einen kleineren, der aber nicht viel auf sich hatte, auch meist schmutziges Wasser enthielt, das nicht einmal zum Feuerlöschen benutzt werden konnte, weil es wegen der Unreinlichkeit das Saugrohr verstopfte. Der Hauptbrunnen, genannt der Marktbrunnen, weil er am Markte lag, lieferte das ganze Jahr klares, frisches Wasser und war deshalb unersetzlich.
Wegen der zahlreichen "Springe" oder Quellen, aus denen er gespeist wurde, war er wasserhaltiger als irgend ein anderer Ortsbrunnen (vielleicht mit Ausnahme des in der Nähe sich befindlichen Brunnens von Neuhaus, Ruhrstraße 3). In dem städtischen Etat spielte er keine unwichtige Rolle, denn jedes Jahr war für ihn zur Unterhaltung eine gewisse Summe ausgeworfen.
Auf sein Wasser angewiesen waren zunächst die Marktleute, die damit ihre Tiere tränkten. Die Bürger erschienen bei ihm mit Eimern, wenn die eigenen Brunnen versagten. Selbst die Waschweiber kamen mit ihren Wäschekörben herangeeilt, um am Marktbrunnen ihre Wäsche zu spülen; eine Sitte, die man bis in die Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts noch beobachten konnte, die aber dann, nämlich am 22. Juli 1958, durch Polizeiverfügung abgestellt wurde.





Auch im sonstigen gemeindlichen Leben hatte der Brunnen eine gewisse Bedeutung. An ihm spielte sich ein Stück Volksleben ab. Die Schuljugend versammelte sich hier gerne, um sich bei Spiel und Tanz, manchmal auch bei Raufereien, die Zeit zu vertreiben. Hausfrauen kamen mit Kannen und Eimern, um bei der Gelegenheit ein Familiengespräch anzuknüpfen. An den Brunnen kamen aber auch ernste Männer nach des Tages Last und Hitze zusammen, um unter dem Lindenbaum, der unweit des Wasserspenders wuchs, städtische Angelegenheiten zu besprechen oder durchzuhecheln. So war der Brunnen ein belebter Ort, geradezu ein Stück gemeindlichen Lebens, von dem die Wittener sich nur ungern trennen mochten.
Wie ein Brunnen in der damaligen Zeit aussah, zeigt eine Abbildung des kleinen Marktbrunnens aus dem Jahre 1814.





So ergiebig der Marktbrunnen auch war, mit der Zeit verlor er doch mehr und mehr seinen Wasserreichtum. Die Bevölkerung nahm zu und die Zahl derjenigen, die aus ihm schöpfen wollten, vermehrte sich ständig.





Schon in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts trat Wasserknappheit auf, weshalb die Wittener Gemeindebehörde darauf sann, den Brunnen durch eine künstliche Nachfüllung leistungsfähig zu erhalten. Zahlreiche Änderungspläne und -vorhaben beschäftigten die Bürgerschaft in den folgenden Jahrzenten.
In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts gingen die Bergwerke zum Tiefbau über, wodurch ganz besonders die Wasserergiebigkeit ungünstig beeinflußt wurde. 1848 beschwerten sich sechs Brunnenbesitzer, daß die Zeche "Friedrichsfelde" im Röhrchen ihnen das Wasser entzogen hätte. Am 11. August befaßte sich die Gemeindebehörde mit der Klageschrift. Sie erkannte an, daß die Zeche regreßpflichtig gemacht werden müsse und gab ihr auf, entweder das Bergwerk zu sistieren oder aber Vorsorge dahin zu treffen, daß die Anwohner nicht geschädigt würden. Bei der Gelegenheit kam dann auch der Gedanke zum Ausdruck, daß eine Wasserleitung, ordnungsmäßig hergestellt, unter 12.000 Talern nicht zu haben sei. Die Stadt ging dazu über, in gewissen Perioden den Wasserstand der Brunnen untersuchen zu lassen.
Wenn auch die Regreßpflicht der Zechen für die Trockenlegung der Brunnen außer aller Frage stand, als alleinige Ursache konnte der Bergbau nicht angesehen werden, wenigstens wagte die Stadt nicht, daraufhin einen Prozeß anzustrengen. Sie ließ sogar für die Folge die Zechen mit weiteren Zuschriften unbehelligt und ging dazu über, die Zahl der öffentlichen Brunnen zu vermehren. 1858 verfügte sie über folgende Brunnen: 1. den Marktbrunnen, 2. einen Brunnen beim Hirtenhause (Kreuzungspunkt von Berg- und Johannisstraße), 3. Brunnen bei Schöneberg in der Bahnhofstraße, 4. bei Grüthling in der Steinstraße, 5. einen angepachteten Brunnen des Fuhrmanns Bremkamp. Indes, diese Zahl genügte bald durchaus nicht mehr, umso weniger, als die Brunnen an Ergiebigkeit mehr und mehr nachließen, je stärker sie in Anspruch genommen wurden.

Der Hirtenhausbrunnen z. B. war zuletzt so wenig wasserhaltig, daß die Klage dahin ging, alle 2 - 3 Minuten könne aus ihm erst ein Eimer gefüllt werden. Da war denn bald allgemeine Not, insonderheit auch deshalb, weil gerade das Jahr 1858 ein überaus dürres Jahr war.
Schon am 31. März desselben Jahres machte Stadtrat Leye den Vorschlag, es möchte auf Kosten der Stadt ein Wasserwerk errichtet werden. Die anwesenden Stadtväter hörten den Vorschlag an, erkannten auch, daß nur durch eine solche Anlage die Schwierigkeiten beseitigt werden könnten, aber die Kosten waren doch zu erheblich.





Gelegentlich konnte die Wassernot geradezu katastrophal wirken. Von der Fabrik Schneider & Osberghaus in der Johannisstraße heißt es, sie müsse wochenlang Feierschichten einlegen, weil es ihr an Wasser fehle. Manches Haus ging in Flammen auf, weil kein Löschwasser herbeigeschafft werden konnte. Dies war z. B. am 18. August 1863 im Oberdorf der Fall, wo eine mit Getreide gefüllte Scheune aus diesem Grunde niederbrannte. Bei Spennemann an der unteren Bahnhofstraße hätte ein Hinterhaus gerettet werden können, wenn Löschwasser vorrätig gewesen wäre.


Vorgeschichte und Gründung des Wasserwerkes

Es war demnach höchste Zeit, daß Abhilfe geschafft wurde. Am 23. Februar 1865 kamen einflußreiche Bürger in der Stadt zusammen und berieten den Bau eines Privatwasserwerks nach dem Muster des sieben Jahre zuvor gegründeten Aktiengaswerks. Es wurde verabredet, den Geh. Oberbaurat Moore aus Aachen nach hier kommen zu lassen, damit er ein Gutachten abgebe. Der Oberbaurat erschien am 1. Juli bei Gelegenheit einer Reise, die er nach London unternehmen wollte und besichtigte das Terrain. Das Gutachten, das er zunächst mündlich und hernach auch schriftlich abgab, lautete so, daß ein Wasserwerk ausgeführt werden könne und die Anlage sich innerhalb von 6 Monaten fertigstellen lasse. Die Rentabilität sei außer allem Zweifel. Wenn es gewünscht würde, wolle er sich gerne mit einem namhaften Betrag an dem Unternehmen beteiligen.
Am 19. September 1865 wurde Moores Gutachten der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt, die beschloß, eine Kommission zu bilden, die sich mit dem Bau eines Wasserwerkes zu beschäftigen habe.








Der 3. Oktober 1865 war also für die Wittener Wasserversorgung ein entscheidender Tag. Die Kommission empfahl nach langem Studium die "Anlage einer Wasserleitung für Rechnung der Stadt" mit folgenden Bemerkungen, die wörtlich zitiert werden, weil sie zeigen, wie gründlich man die Sache nahm:

"Die in der Sitzung vom 19. September gewählte Kommission, der die Beurteilung der Vorlagen für die in Witten einzurichtende Wasserleitung übertragen war, hatte in ihrer Sitzung vom 28. v. M. sich dieser Arbeit unterzogen und erstattete über das Resultat ihrer Beratungen in der heutigen Sitzung durch ihr Mitglied F. Baedeker den betreffenden Bericht.
Diesen Bericht in seinen Einzelheiten wiederzugeben, scheint umsomehr überflüssig, als derselbe zu den Akten der Stadtverordneten in Abschrift genommen wird. Im ganzen sei hier nur erwähnt, daß die Kommission sich für Anlage der Wasserleitung ausspricht und das sie hauptsächlich der Übernahme der Anlage für Rechnung der Stadt entschieden das Wort redet und ihre Gründe hierfür entwickelt.
Sodann wird durch den obengenannten Referenten das Statut des städtischen Wasserwerks in Essen mitgeteilt und zu demselben schon vorab die Bemerkung gemacht, daß dasselbe insoweit nicht vollständig zu empfehlen sei, als es nämlich die Leitung des ganzen Werkes nur in die Hände der Stadtbehörden lege. Vielmehr sei Referent der Ansicht, daß eine segenbringende Verwaltung der Anlage nur durch eine Kommission, in der die städtischen Behörden sowohl als der sich besonders dazu eignenden Bürger, vornehmlich Techniker, ihre Vertretung fänden, die aber zugleich möglichst freigestellt werde, zu erzielen sei und lege die Verwaltung der hiesigen Gasanstalt hierfür das beste Zeugnis ab. Auch dafür, daß dem Oberbaurat Moore die Leitung der Anlage übertragen werde, könne sich Referent nicht unbedingt aussprechen, da dessen Berechnung des Baues zu hoch gestellt sei und daher schon vorweg ein bedeutendes von dem Anlagekapital absorbiere.





Nach den seither auf diesem Gebiete gesammelten Erfahrungen würde die Anlage von im Orte befindlichen Technikern schon vollständig hinreichend ausgeführt werden können. Auf Grund dieses Berichtes legte darauf der Vorsitzende folgende sechs Fragen vor:

1. Erkennt die Versammlung die Nützlichkeit und Notwendigkeit einer Wasserleitung für die Stadt Witten unbedingt an?

2. Erachtet sie das Gutachten des Oberbaurates Moore als genügende Grundlage für die überschlägliche Beurteilung des Umfanges und der Kosten des Wasserwerkes?

3. Beschließt die Versammlung, eine Wasserleitung für die Stadt Witten auf Kosten und für Rechnung der Stadt zu dem Zwecke, den Bewohnern und gewerblichen Etablissements brauchbares Wasser in hinreichender Menge zu dem billigsten Preis zu liefern, ferner die städtischen Brunnen mit gutem Wasser zu versehen und für Feuerlöschzwecke Wasser unter hohem Druck bereitzuhalten, unter nachfolgenden Bedingungen anzulegen, daß

a) das Wasserwerk nie eine Finanzierungsquelle für die Stadt werde, vielmehr bei größerem, nach Abzug der Abschreibungen sich ergebenden Reinerträge als höchstens 6% des Anlagekapitals die Wasserpreise entsprechend zu ermäßigen sind, falls nicht der Mehrertrag zur Deckung früherer Ausfälle oder zur Erweiterung des Werkes zu verwenden ist.

b) die Bauleitung und Verwaltung des Wasserwerkes durch statutarische Anordnung einem aus Mitgliedern der städtischen Behörden und Bürgern bestehenden Verwaltungsrat, welchem die möglichste Selbständigkeit in sich selbst wie nach außen beizulegen, übertragen wird?

4. Ist die Versammlung damit einverstanden, daß die Beschaffung der erforderlichen Geldmittel durch Emittierung von Stadtobligationen bewirkt werden?

5. Soll bevor und wenn nicht die höhere Genehmigung zur Emittierung von Stadtobligationen erfolgt, das erforderliche Kapital durch zu verzinsende Anleihe beschafft werden?

6. Spricht Versammlung ihre Ansicht schon jetzt dahin aus, daß bei Normierung der Höhe des emittierenden Kapitals in Obligationen eine Tilgung der z. Zt. vorhandenen Schulden, für welche die Amortisation bereits feststeht, nicht einzuschließen, dagegen aber für die weiteren städtischen Bedürfnisse, als Expropiation neuer Straßen, Regulierung und Kanalisierung der bestehenden Straßen sowie Pflasterung der Hauptstraße, Bau eines Realschulgebäudes, eines Armenhauses, Errichtung einer Wasch- und Badeanstalt und eines städtischen Eiskellers, eine reichliche Summe in Anschlag zu bringen ist?"

Die zitierten Fragen wurden zustimmend beantwortet und man bildete eine Kommission, die "die in Gemeinschaft mit zwei Magistratsmitgliedern das weitere in dieser Angelegenheit, namentlich die Vorbereitung der statutarischen Anordnungen etc. übernahm".
Genau einen Monat später, am 3. November 1865 beschloß dann die Stadtverordnetenversammlung die Ausgabe von 2.500 Stück auf den Inhaber lautenden unkündbaren Stadtobligationen von je 100 Talern, also im Gesamtbetrage von 250.000 Talern. Hiervon wurden für den Bau des Wasserwerkes 70.000 Taler vorgesehen.
Den Wagemut, den Magistrat und Stadtverordnete mit dem Beschluß zum Bau eines Wasserwerkes bewiesen haben, kann man nur dann richtig würdigen, wenn man bedenkt, daß das Wittener Wasserwerk das erst im Regierungsbezirk Arnsberg und das zweite (nach Essen) an der Ruhr war und - um einmal ein Größenverhältnis anzuführen - der städtische Haushalt seinerzeit 40.000 Taler betragen hat.





Nach diesen für die 11.000 Einwohner Wittens so wichtigen Beschlüssen wurde dann sehr schnell, und zwar schon am 13. November 1865, das Statut des städtischen Wasserwerks vom Magistrat und von den Stadtverordneten unterzeichnet. Der Magistrat erteilt im Einverständnis mit der Stadtverordnetenversammlung dem Verwaltungsrat des städtischen Wasserwerks folgende Spezialbefugnisse:
"Der Verwaltungsrat wählt einen Vorsitzenden und verteilt die Geschäfte selbständig unter sich; er vertritt die Angelegenheiten des Wasserwerks mit dritten Personen, ausgenommen: An- und Verkauf von Grund und Boden, vorgesetzten Aufsichtsbehörden, welche der Magistrat sich selbst vorbehält.
Der Verwaltungsrat vollführt die Oberleitung unter Beobachtung des Statuts und der Beschlüsse der städtischen Behörden. Er ist berechtigt, Eigentums- und Administrationsverhandlungen für das Wasserwerk vorzunehmen und dabei Verpflichtungen bis zur Summe von 5.000 Talern für jedes Objekt einzugehen; diese Befugnisse bestehen jedoch nur so lange, als die bewilligte Anlagesumme nicht überschritten wird. Sowohl für Ausgaben, welche über die Anlegungssumme hinausgehen, als für Ausgaben über 5.000 Taler im einzelnen ist daher die Genehmigung der städtischen Behörden einzuholen. Insbesondere darf der Verwaltungsrat Sachen, welche zum Geschäftsbetriebe erforderlich sind, ererben, verkaufen, vertauschen, Kapitalien, Kaufschillinge und andere Aktivforderungen einziehen, erheben und gültig darüber quittieren. Die Anstellung von Beamten des Wasserwerks erfolgt auf Vorschlag des Verwaltungsrats durch die städtischen Behörden, wogegen die Arbeiter und Aufseher selbständig vom Verwaltungsrat angenommen werden.

Witten, den 31. Oktober 1866.

Erdmann.
J. H. Haarmann.
Der Magistrat Hahne.
Stambke."

Dem Verwaltungsrat des städtischen Wasserwerkes gehörten an:

Bürgermeister A. C. Bauer
Stadtrat A. Lohmann
Stadtverordnetenvorsteher Gust. Brinkmann
Stadtverordneter G. Brand
Stadtverordneter Fr. Baedeker
Landtagsabgeordneter L. Berger
Maschinenmeister Wendler





Bau des Wasserwerkes in der Borbeck und der Versorgungsanlagen

Inzwischen hatte der Magistrat der Stadt Witten in der Rheinischen Zeitung, Köln, und in der Bank- und Handelszeitung, Berlin, Unternehmer und Ingenieure aufgefordert, sich zwecks Planung und Bauleitung für das Wasserwerk zu melden. Aus einer Vielzahl von Bewerbungen wurde nicht der Oberbaurat Moore, sondern Ingenieur Bau-Inspektor Kümmel aus Hildesheim, der auch schon die Wasserwerke in Altona und Rostock gebaut hatte, ausgewählt. Das Pumpwerk wurde in der Borbeck 2 (heutiges Wohnhaus Hohenstein 2) errichtet.

Nördlich vom Helenenturm sollten 3 Bassins ausgeschachtet werden, wovon zwei mit einem Kieslager auszufüllen seien. Das dritte, größere Bassin, welches das gereinigte Wasser enthalten sollte, wurde überwölbt, die anderen blieben freiliegend. Das Wasser sollte dem Mühlengraben entnommen werden.





Bei Befolgung dieses Planes mußten dann aber doch manche Abänderungen getroffen werden. Der Besitzer des Mühlengrabens duldete die Wasserentnahme aus dem Mühlengraben nicht. Daher mußte das Entnahmerohr soweit verlängert werden, daß es in die Ruhr reichte. Die Bassins konnten nördlich vom Helenenturm wegen Beschaffenheit des dortigen bröckeligen Gesteins nicht angebracht werden und bekamen ihre Lage nach Osten hin. Durch diese Abänderungen wurden die anfangs vorgesehenen Kosten nicht unwesentlich erhöht. Wegen des Krieges mit Österreich begann man mit der Arbeit erst im Jahr 1867.
Zunächst fehlte es aber noch an Geld, denn die Königlich Preußische Regierung zu Arnsberg hatte die Ausgabe der Stadtobligationen noch nicht genehmigt. So sah sich die Stadtverordnetenversammlung gezwungen, eine Anleihe von 70.000 Talern aufzunehmen, und zwar

1. 4.000 Taler bei der Stadtsparkasse Witten,
2. 16.000 Taler bei der Stadtsparkasse Wesel,
3. 15.000 Taler bei der Stadtsparkasse Büren,
4. 30.000 Taler bei der Stadtsparkasse Soest,
5. 5.000 Taler beim Bankhaus Poppe und Schmölder, Wesel.

Die Genehmigung zur Aufnahme dieser Darlehen erteilte die Königlich Preußische Regierung zu Arnsberg am 12.4.1867.
Während des Baues hatte sich - wie schon erwähnt - die Notwendigkeit herausgestellt, im Interesse des Werkes und der Stadt verschiedene Arbeiten an den Anlagen zusätzlich und anders zu gestalten. Dadurch sind die ursprünglich festgesetzten Kosten von 70.000 Talern um 18.000 Taler überschritten worden.

Die Stadtverordnetenversammlung ermächtigte deshalb in ihrer Sitzung vom 27.2.1868 den Magistrat, eine weitere Anleihe von 18.000 Talern zur Deckung des Defizits aufzunehmen.
Am 6. April 1867 wurde mit dem Schachtmeister Woske ein Vertrag abgeschlossen. Die Rohre lieferte die hiesige Firma Brinkmann & Co. Die Fertigstellung des Maschinenhauses bekam der Maurermeister Foerst in Auftrag.
Die zwei Pumpmaschinen zu je 30 ½ PS und von einer Leistungsfähigkeit von 120.000 Kubikfuß in 24 Stunden (3.400 cbm) fertigte die Maschinenbau-Aktiengesellschaft Essen an. Im März 1867 wurde mit der Rohrlegung begonnen und im Mai die Bürger aufgefordert, rechtzeitig um Anschlüsse nachzusuchen, weil bei gleichzeitiger Bestellung auch gleichzeitige Fertigstellung zu erwarten sei, wodurch die Kosten sich verbilligen würden.





Eine Dampfkesselanlage wird aufgestellt

Am 9. August 1867 wurde die Königliche Regierung gebeten, die Genehmigung zur Aufstellung von zwei Dampfkesseln zu erteilen. U. a. hieß es in dem Antrag:
"Diese Kessel sollen in der üblichen Weise durch Zusammennieten aus Schmiedeeisenblechen mit einem Feuerrohr konstruiert werden, eine totale Länge von je 20 Fuß, einen Durchmesser des Kessels von 5 Fuß und des inneren Feuerrohres von 2 Fuß 8 Zoll erhalten und der Feuerrost im Inneren dieses Feuerrohres, wie üblich, angebracht werden. Die Feuerung ist für Steinkohleheizung projektiert.
Die Kessel werden vollständig in Mauerwerk eingelegt, mit den erforderlichen Feuerkanälen umgeben, deren höchste Stelle mindestens 4 Zoll über dem festgesetzten niedrigsten Wasserstande liegen muß. Die Verbrennungsprodukte werden mittels eines 90 Fuß hohen Schornsteines abgeführt.
Jeder der beiden Kessel soll mit zwei Sicherheitsventilen versehen werden, von denen das eine zugänglich, das andere dem Maschinenwärter unzugänglich konstruiert werden soll. Die Heizfläche eines jeden Kessels beträgt 340 Quadratfuß, die zulässige höchste Dampfspannung soll 5 Atmosphären sein, es würde deshalb eine freie Öffnung von 4 13/18 Quadrat-Zoll der Ventile ausreichend sein. Da jedes der beiden Ventile eines Kessels einen Durchmesser der Sitzfläche von 3 Zoll im Lichten besitzt, so reicht eines der beiden schon hin, die gesetzliche Öffnung der Ventile zu sichern. Die Anbringung der beiden Ventile ist demnach für alle Fälle genügend.
Die höchstzulässige Dampfspannung der Kessel und des Sammelrohres soll 5 Atmosphären betragen."
Am 14. September 1867 erklärte sich die Königliche Regierung zu Arnsberg mit der Aufstellung von 2 Dampfkesseln und der Errichtung eines Schornsteines mit einer Mindesthöhe von 100 Fuß einverstanden.


Aufnahme der zentralen Wasserversorgung

Am 24. Oktober 1867 wurde das Werk in Betrieb genommen. Das war einer der bedeutenden Tage in der Wittener Stadtgeschichte.
Wagemut, Initiative, Gemeinsinn und fortschrittlicher Weitblick des Magistrats und der Stadtverordneten hatten den Wittener Bürgern zu sauberem, klarem Wasser verholfen, das über ein Leitungssystem von 9.966 m Länge in die Häuser strömte. Vorbei war es mit der Wassernot. Wassermangel war nicht mehr zu befürchten. Und wie bequem war die Versorgung! Was aber vor allem wichtig war: Das Wasser war stets hygienisch einwandfrei. Es wurden Krankheiten gebannt, deren Keime und Erreger sich vielfach in Brunnen versteckt aufgehalten hatten.
In diesen Tagen stellte der "Wittener Anzeiger" das städtische Wasserwerk den Wittener Bürgern mit folgenden Ausführungen vor:





Am 10. März 1868 wurde das Werk von den Stadtbehörden abgenommen. Zu diesem Zweck trafen sich alle Teilnehmer um 15.30 Uhr im Rathaus, um sich dann zum Wasserwerk zu begeben. Über die Abnahme liegt eine Urkunde vor. Sie ist nebenstehend abgedruckt.








Weitere Entwicklung der Wasserversorgung

In der Folgezeit konnten die Brunnen, die einen bedeutsamen Platz im Straßenbild eingenommen hatten, entfernt werden.
Das nahm einen längeren Zeitraum in Anspruch, denn diejenigen, welche keinen Wasseranschluß wünschten, mußten sie aus diesem Grunde beibehalten. Andere, die angeschlossen waren, konnten sich nur schwer entschließen, vertraute Bauwerke abzubrechen. Noch nach zehn Jahren und länger konnte man überall in den Straßen Brunnen antreffen. Mit der Zeit sind sie dann aber sämtlich verschwunden. Der Marktbrunnen, einst das Wahrzeichen der Stadt, ist 1868 abgebrochen worden.
Nicht nur die Wittener suchten Anschluß an das Wasserwerk, auch auswärtige Interessenten meldeten sich. Vom 1. Juli 1872 ab bezog die Gemeinde Annen vom Wittener Wasserwerk das Wasser. Der Vertrag lief bis zum 30. Juni 1917, dann ist Annen ausgetreten und hat für den Zeitraum von rd. 2 ½ Jahrzehnten Wasser von den Dortmunder Stadtwerken (früher Wasserwerk des Kreises Hörde) bezogen. Ab 1943 versorgen die Stadtwerke Witten wieder Annen. Seit 1881 wurde auch Langendreer mit Wittener Wasser versorgt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. 1902 wurden mit den Gemeinden Stockum, Düren und Somborn Wasserlieferungsverträge geschlossen, nachdem schon 1901 Werne sich der Wittener Versorgung angeschlossen hatte.
Die ersten Wittener Wasserpreise standen mit denen von Essen und Magdeburg auf gleicher Stufe. Im Verwaltungsbericht der Stadt Witten für 1872 heißt es wörtlich: "Es soll nicht unerwähnt bleiben, daß nach den angestellten Vergleichen mit anderen Städten Deutschlands die Wasserpreise unserer Stadt mit zu den niedrigsten gehören." Dieser Satz hat auch heute noch Gültigkeit.





Bau eines Wasserwerkes an der Ruhr

Die ersten Anlagen kamen bald mit dem steigenden Wasserbedarf nicht mehr mit.
In den Jahren 1875/1876 wurde versucht, durch einen Querschlag von einem an der Pumpstation angelegten Brunnen aus und durch den Bau eines unvollendet gebliebenen Stollens unter dem Mühlengraben in der Nähe der Ruhr genügende Mengen einwandfreien Wassers zu erschließen. Dieser Versuch schlug fehl, und die Stadt entschloß sich 1878, in der Absicht, eine neue Pumpstation zu erbauen, zum Ankauf der westlich der Ruhrstraße zwischen Mühlengraben und Ruhr gelegenen Brand'schen Wiese. Am 11. November 1880 wurde der Bau einer Pumpstation beschlossen.
Nach fast zweijähriger Bauzeit ging am 5. Mai 1882 die Pumpstation in Betrieb. In der Brand'schen Wiese wurden mehrere Brunnen in dem dort lagernden Ruhrkies abgeteuft und die Wasserversorgung dahin abgeändert, daß das Wasser gleich in die Häuser gedrückt wurde. Der Wasserüberschuß wurde dagegen in die Bassins gebracht. Diese Bassins, soweit sie frei lagen, hatten in den Jahren zuvor eine Überwölbung erhalten, weil sich herausgestellt hatte, daß unter Einwirkung der Luft sich leicht Gewächse in dem Wasser bildeten, die zur Verunreinigung und allmählichen Verstopfung der Rohre führten.





Erweiterung der Gewinnungs-, Förderungs- und Speicherungsanlagen

Die Vergrößerung des Versorgungsgebietes erforderte eine weitere Ausdehnung der Pumpstation. Am 12. Mai 1898 wurde die 38,43 Hektar große Apfelweide angekauft, um hier eine große Anzahl Brunnen abteufen zu können. Weil mit der Verlängerung der Rohre der Wasserdruck nachließ, darüber hinaus Hochzonen nicht versorgt werden konnten, stimmten die Stadtverordneten am 7. Mai 1896 zu, daß auf der Egge zwei Hochbassins gebaut wurden. Jedes Bassin sollte 1.500 Kubikmeter fassen. Am 17. März 1898 konnte die Anlage in Betrieb genommen werden. 1901 war das Wittener "Wasserschloß" fertig.
In einen Turmknauf legte man seinerzeit eine Urkunde, aus der zitiert wird:
"Diesen Turm zu bauen, haben die städt. Behörden in den Sitzungen am 13. März und 7. Mai des Jahres 1896 beschlossen. Das allgemeine Projekt lieferte der Professor an der Königlichen Technischen Hochschule in Aachen, Geheimer Regierungsrat Intze; nach dessen Angaben sind auch die zwei auf ringförmigen Stützmauern stehenden, je 1.500 Kubikmeter fassenden Wasserhochbehälter konstruiert. Professor Henrici, ebenfalls in Aachen, hat das Projekt für die äußere Ummantelung aufgestellt.
Heute, am 30. Mai des Jahres 1901 nach der Geburt des Heilandes, im 13. Jahre der Regierung Kaiser Wilhelm's II., als Dr. Gustav Haarmann Bürgermeister der 33.700 Einwohner zählenden Stadt, Fabrikbesitzer Friedrich Soeding Stadtverordneten-Vorsitzender, Rechtsanwalt Oskar Fautsch Vorsitzender der Deputation für die Verwaltung der städtischen Gas- und Wasserwerke, Gustav Pahde Direktor dieser Werke war, steht der Bau, welcher einen Kostenaufwand von 170.000 Mark erforderte, vollendet. Auf seiner Plattform haben die Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung, soweit sie hier sich einfanden, diese Urkunde unterschrieben, in einem Turmknaufe soll sie verborgen werden."
Die auf der großen Weide abgeteuften 25 Brunnen, die durch zwei Heberleitungen dem Hauptsammelbrunnen das Wasser zubrachten, genügten dem steigenden Bedürfnis bis zum Jahre 1904. In diesem Jahre wurden weitere sechs Brunnen angeschlossen. Zur Aufbesserung der Grundwasserverhältnisse wurde das Flußbett ausgebaggert. Eingehende Untersuchungen ließen die Anlage weiterer Brunnen auf dem Gelände der großen Weide als aussichtslos erscheinen. So mußte das Gewinnungsgelände anderweitig ausgedehnt werden.





Am jenseitigen Ruhrufer wurde 1904 ein 46 Morgen großes Gelände mit einer Uferlänge von etwa 900 m angekauft. Im Jahre 1905 wurden hier neunzehn Röhrenbrunnen angelegt, die sämtlich durch eine gemeinsame Heberleitung mit einem gemauerten Sammelbrunnen und dieser wieder mit dem Hauptsammelbrunnen an der Pumpstation verbunden war.
In dem 1882 in Betrieb genommenen Wasserwerk an der Ruhr waren zunächst liegende Pumpmaschinen der Wittener Firma Gust. Brinkmann und eine liegende Drei-Zylindermaschine der Baroper Maschinenfabrik für die Wasserförderung eingesetzt worden.
1896 wurden zwei liegende Verbund-Dampfmaschinen mit Kondensation und unmittelbar gekuppelten Tauchkolben angeschafft. Diese Maschinen leisteten bei 50 Umdrehungen in der Minute bei 106 m Förderhöhe je 540 cbm Wasser/Stunde.
1905 und 1908 wurde die Pumpleistung verstärkt durch zwei stehende Verbund-Dampfmaschinen mit einer Leistung von je 720 cbm/Stunde.
Im Kesselhaus waren vier Zweiflammrohr-Dampfkessel mit Planrostfeuerung von je 85 qm Heizfläche und 10 atü Betriebsdruck in Betrieb.
Der Wasserverbrauch stieg unaufhaltsam. Deshalb mußten 1914 größere Wassergewinnungsflächen an der "Bleiche" in der Gemeinde Bommern gekauft werden. Da neue Wassergewinnungsflächen nicht mehr zu erwerben waren, ging man dazu über, die Tiefe des in seiner Länge bereits durch Brunnen weitgehend besetzten Geländes durch Anlage von Filterbecken auszunutzen. Im Frühjahr 1921 wurden zwei Anreicherungsbecken von je 300 m Länge und 25 m Breite mit einer Leistungsfähigkeit von je 18.000 cbm in 24 Stunden sowie neun Filterbrunnen mit den dazugehörenden Leitungsanlagen gebaut. Diese zwei Anreicherungsbecken wurden später erweitert und durch einen Damm geteilt, so daß 4 Becken mit je 4.560 qm Filterfläche zur Verfügung standen.


Erweiterung der Wasserwerksanlagen

Wassergewinnung und Wasserförderung müssen sich in Bezug auf Leistungsfähigkeit einander entsprechen. Während die Wassergewinnung unter den vorliegenden Verhältnissen jahrzehntelang Ausbaumöglichkeiten hatte, waren die Förderanlagen schon in den 20er Jahren an der Grenze angekommen.
Jedoch erst 1938, als die alten Pumpmaschinen Ermüdungserscheinungen zeigten und die betrieblichen Schwierigkeiten immer größer wurden, zog man grundlegende Änderungen in Erwägung. Der zunächst auftretende Gedanke, vorhandene Maschinen einfach gegen neue mit größerer Leistung auszuwechseln, mußte fallengelassen werden, da auf keines der bestehenden Aggregate während der Ausbauzeit verzichtet werden konnte. Es wurde stattdessen beschlossen, ein neues Kessel- und Maschinenhaus etwa 50 m flußabwärts vom alten Pumpwerksgebäude entfernt zu errichten. Die Arbeiten begannen 1939 und wurden 1942 beendet. Das Gebäude wurde so bemessen, daß 3 Kessel und 3 Pumpen aufgestellt werden konnten. Bestellt und montiert wurden jedoch nur 2 Kessel und 1 Pumpe.
Die Hauptkenndaten der Kessel waren: Heizfläche jedes Kessels 80 qm, Heizfläche des Überhitzers 56,7 qm, Betriebsdruck 40 atü.
Jeder Kessel war imstande, bei normalem Betrieb 4,0 t, bei maximalem Betrieb 5,0 t Dampf pro Stunde zu erzeugen.
Bei der Pumpe handelte es sich um eine stehende, schnellaufende Dreizylinder-Kolbenpumpe. Sie wurde von einer Dreifach-Expansions-Kapseldampfmaschine mit kombinierter Abdampfturbine angetrieben. Die Leistung der Pumpe betrug maximal bei 190 Umdrehungen je Minute 1.800 cbm je Stunde. Diese Ausführung des Pumpenaggregats war die erste stationäre Anlage dieser Art in der ganzen Welt. Die Pumpe ist heute noch in Betrieb.


Das Wasserwerk in den Kriegsjahren 1939 - 1945

Das Personal des Wasserwerkes war während des Krieges schwersten Belastungen ausgesetzt. Die Arbeitszeit betrug teilweise für einige Mitarbeiter 12, 16 oder gar 24 Stunden. Außerdem handelte es sich zum Teil um Männer, die das 65. Lebensjahr schon vollendet hatten. Heizer und Maschinisten durften selbst während der Bombenangriffe ihren Arbeitsplatz vor Kessel und Maschine nicht verlassen.
Die Zerstörung der Möhnetalsperre 1943 hatte große Auswirkungen. Die hereinbrechende Flutwelle war so hoch, daß alle Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichten. Zuerst fiel das alte Pumpwerk durch die Überschwemmung aus. Kurze Zeit später mußte auch die neue Pumpstation außer Betrieb gesetzt werden. Die Wasserversorgung kam zum Erliegen. Nachdem die Flutwelle abgeklungen war, wurden sofort Aufräumungsarbeiten in die Wege geleitet und die verschlammten Kessel und Maschinen gereinigt und betriebsbereit gemacht. So war es dann möglich, schon nach 33 Stunden die Wasserförderung wieder aufzunehmen, und zwar mit der im Jahr 1908 beschafften Pumpe IV.
Das Hochwasser verursachte darüber hinaus schwere Schäden an den Anreicherungsbecken. Die Sandwäsche wurde vollständig weggespült. Die Flutwelle hatte das Uferbett der Ruhr so frei gespült, daß die aus der Uferfiltration gewonnenen Wassermengen zunächst allein genügten, um den gesamten Wasserbedarf zu decken. Aus diesem Grunde war es möglich, die zerstörten Anreicherungsbecken schnell wieder instand zu setzen.
Noch einmal - in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 - mußte die Wasserförderung eingestellt werden. Das Wasserwerk lag im Niemandsland zwischen den nördlich der Ruhr heranrückenden amerikanischen Streitkräften und den auf dem südlichen Ruhrufer befindlichen deutschen Verteidigungsstellungen im Ortsteil Bommern. Tagelang dauerten hier die Kämpfe. Trotzdem versuchten einige Mitarbeiter des Wasserwerkes, die Kessel- und Maschinenanlage wieder in Gang zu setzen. Sobald Rauch aus dem Schornstein stieg, begann schwerer Beschuß, der alle Bemühungen zunichte machte. Auch der Weg zum Wasserwerk war für die beherzten Männer mit Gefahr verbunden. Ein Heizer wurde bei dem Versuch, das Wasserwerk zu erreichen, verwundet. Er konnte nur mit Mühe von seinem Meister, der mit ihm auf dem Weg war, aus der Gefahrenzone gebracht werden. Erst nachdem die amerikanischen Streitkräfte den Übergang über die Ruhr erzwungen hatten, konnte wieder im Wasserwerk gearbeitet werden. Die zerstörten Apparate und Leitungen wurden schnellstens instand gesetzt und schon am 18.4.1945 konnte die zerstörte Stadt wieder mit Wasser versorgt werden.


Ausbau der Wasserversorgunganlagen nach 1948

Die großen Erneuerungs- und Erweiterungsarbeiten der Jahre 1939 - 1942 wurden in den Kriegs- und ersten Nachkriegsjahren unterbrochen. Schon 1949, ein Jahr nach der Währungsreform, wurden sie fortgesetzt. Ein dritter Kessel wurde aufgestellt. Seine Hauptkennzahlen sind: Heizfläche 100 qm, Heizfläche des Überhitzers 80 qm, Betriebsdruck 40 atü. Dampferzeugung bei normalem Betrieb 5,0 t, bei maximalem Betrieb 6,4 t je Stunde.
Das Jahr 1952 brachte als Ergänzung zu der ersten stehenden Pumpanlage die Aufstellung einer liegenden Pumpanlage. Es handelte sich hierbei um eine doppeltwirkende, schnellaufende Kolbenpumpe, direkt gekuppelt mit einer liegenden, zweistufigen, doppeltwirkenden Tandem-Kolbendampfmaschine einschließlich Abdampfturbine.
Die Leistung der Pumpe belief sich bei 175 Umdrehungen je Min. auf 1.800 cbm Wasser in der Stunde. Diese Pumpe war jedoch sehr störungsanfällig. Sie hat die Erwartungen nicht erfüllt und wurde deshalb 1967 demontiert.
Bei der künstlichen Grundwasserreinigung hat es sich als zweckmäßig herausgestellt, die Anreicherungsbecken nicht unmittelbar vom Fluß aus, sondern über ein vorgeschaltetes Absitzbecken zu speisen. Dieses Vorbecken hat die Aufgabe, das entnommene Rohwasser auf dem Wege zum Anreicherungsbecken von den mitgeführten Schmutzteilchen (pflanzlichem und tierischem Plankton) möglichst weitgehend zu befreien. Ein gut angelegtes und in seinen Abmessungen genügend großes Absitzbecken bietet nicht nur wertvolle mechanische, sondern auch biologische Reinigungsarbeit, die sich in einem starken Abbau der Keimzahlen bemerkbar macht. Das Vorklärbecken entlastet somit das Anreicherungsbecken ganz bedeutend und garantiert für dieses eine längere Laufzeit. Besonders wertvoll tritt das Vorhandensein eines Vorbeckens bei Hochwasser in Erscheinung, wenn der Fluß aus den geöffneten Talsperren, Stauseen und Staubecken die dort im Laufe der Zeit abgelagerten erheblichen Schlammassen mitführt. Das Vorbecken nimmt diesen Schlamm auf und lagert ihn ab. Wenn ein derartig verschmutztes Wasser unmittelbar auf die Anreicherungsbecken geleitet wird, werden sie unweigerlich in einem Tage verstopft. In den gesamten Anreicherungsbetrieb trägt man damit einen großen Unsicherheitsfaktor. Die Folgen sind insbesondere auch auf der Betriebskostenseite untragbar.
In Witten war eine genügend große Grundstücksfläche für ein Vorbecken nicht vorhanden. Die Verschmutzung der Filterbecken nahm aber laufend zu. Aus diesem Grunde wurde eine Schnellfilteranlage errichtet, die am 14.6.1956 in Betrieb genommen werden konnte. Seit dieser Zeit ist die störungsfrei arbeitende Anlage fast ununterbrochen im Einsatz. Durch sie werden rund 60 - 70% der geförderten Wassermengen vorgereinigt.
Durch den Bau einer Druckerhöhungsanlage in der Herdecker Straße im August 1956 wurde die Wasserversorgung der höher liegenden Gebiete in den Ortsteilen Annen und Rüdinghausen gesichert. Die Druckerhöhungsanlage stellte auch eine Vorstufe der Einbeziehung des Ortsteiles Schnee in die eigene Versorgung dar.
Die in den Jahren 1914/18 verlegte Sickergalerie im Wassergewinnungsgelände wurde im Sommer 1957 mechanisch gereinigt. Die angeschlossene Falleitung war durch Bombenschaden unterbrochen und wurde um die Jahreswende 1957 instand gesetzt. Durch die Wiederinbetriebnahme der Sickergalerie konnte die Wassergewinnung erheblich verbessert werden.
Um die Wasserversorgung sicherzustellen, wurden 1958 und 1960 die 4 alten Dampfkolbenpumpen aus den Jahren 1896, 1905 und 1908 gegen 4 elektrische Kreiselpumpen ausgewechselt. Hierzu war es notwendig, das aus den Jahren 1880/82 stammende Maschinenhaus abzureißen und an dessen Stelle ein zweckmäßiges und modernes Gebäude zu errichten. Die 4 elektrischen Kreiselpumpen haben eine Förderleistung von 5.100 cbm je Stunde.
Ebenfalls der Sicherung der Wasserförderung diente der im Herbst 1958 begonnene Bau des Hauptsammelbrunnens vor dem Pumpwerk I, der im Juli 1959 beendet wurde.
Nach viermonatiger Bauzeit wurde ein Hochbehälter auf dem Kermelberg mit einem Fassungsvermögen von 300 cbm im März 1959 fertiggestellt und in Betrieb genommen. Hierdurch war es möglich, das bisher noch von den Dortmunder Stadtwerken versorgte Gebiet Rüdinghausen-Schnee im Laufe des Jahres 1959 in die eigene Versorgung einzubeziehen und den Wasserbeschaffungsverband Wartenberg/Arenberg ab Oktober 1959 zu beliefern.
Die früher zum Landkreis Hagen gehörende Gemeinde Bommern hatte 1909 einen Wasserlieferungsvertrag mit einer Laufzeit von 50 Jahren mit dem Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier, Gelsenkirchen abgeschlossen und zur gleichen Zeit ein Zwischenpumpwerk und einen Hochbehälter gebaut. Nach der Eingemeindung 1929 übernahm das Wittener Wasserwerk die Verteilung des von Gelsenwasser bezogenen Wassers in Bommern. Erst am 1.1.1960, dem Tag der Beendigung der Laufzeit des Vertrages von 1909, wurde auch Bommern mit Wittener Wasser beliefert.
Die Pumpen im Wasserwerk drücken das geförderte Wasser in das Leitungsnetz. Die Verteilungsanlagen sind nach dem Kreislaufsystem als Ringnetz ausgeführt. Nicht nur die Hauptdruckleitungen, sondern auch die abgehenden Versorgungsleitungen sind nach Möglichkeit immer wieder im Ring geschlossen. Der 1898 erbaute Hochbehälter mit einem Fassungsvermögen von 3.000 cbm stand auf dem Helenenberg, einer der höchsten Erhebungen des Versorgungsgebietes.
Da die geförderten Mengen den Turm nicht durchlaufen mußten, war er nicht als Durchgangsbehälter, sondern nur als Gegenbehälter anzusprechen. Er diente auch wegen seines zur täglichen Förderung verhältnismäßig geringen Inhalts nur als Druckausgleichsbehälter und konnte zum Ausgleich der Förderungsspitzen nicht herangezogen werden.
Die fehlenden Speichermöglichkeiten machten sich lange nachteilig bemerkbar. Deshalb wurde der alte 3.000 cbm fassende Hochbehälter auf dem Helenenberg abgebrochen und durch 2 Erdbehälter mit ja 10.000 cbm Fassungsvermögen ersetzt, die im April 1960 und im Oktober 1961 in Betrieb gingen.
Zur störungsfreien Wasserversorgung der höher gelegenen Straßenzüge war es erforderlich, eine weitere automatische Druckerhöhungsanlage zu errichten. Diese Hydrophoranlage mit 2 Pumpen und 2 Windkesseln befindet sich in der Schieberkammer des Erdbehälters auf dem Helenenberg. Sie wurde am 6.5.1960 in Betrieb genommen.
Durch zwei selbsttätig arbeitende Vorpumpstationen in der Herdecker Straße und in der Hörder Straße, die im April und Mai 1960 in Betrieb genommen wurden, ist die Wasserversorgung in Annen, Rüdinghausen und Stockum gesichert worden.
In der Gemeinde Wengern, die zunächst mit Wasser vom Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier in Gelsenkirchen und ab 1960 mit Wittener Wasser beliefert wurde, übernahmen die Stadtwerke Witten nach Kauf des gesamten Rohrnetzes ab 1.4.1961 auch die Wasserverteilung.
Das im Jahre 1927 von der Gutsverwaltung Mallinckrodt für 99 Jahre gepachtete 140 Morgen große Gelände an der Ruhr in Gedern wurde vor einigen Jahren von den Stadtwerken gekauft. Nach einer gründlichen Überholung der gesamten Uferbefestigungen begann im Herbst 1961 der Bau des neuen Wasserwerks Mallinckrodt. Im Ufergelände wurden 18 Rohrbrunnen abgesenkt, die eine stündliche Entnahme bis zu 800 cbm uferfiltrierten Grundwassers in Trinkwassergüte gestatten. über eine etwa 1.000 m lange Heberleitung wird das Wasser einem Sammelbrunnen innerhalb des Pumpenhauses zugeführt. Drei elektrisch angetriebene Unterwassermotorpumpen fördern das Trinkwasser in das Versorgungsnetz der Stadt Wetter und des Amtes Volmarstein. Die Pumpen werden automatisch nach dem Wasserstand im Hochbehälter Wetter geschaltet. Die Heberleitung, der Sammelbrunnen und die Hochspannungsanlage sind so reichlich bemessen, daß sie auch für eine spätere Wasserlieferung nach Witten ausreichen. Am 9.2.1963 wurde das Pumpwerk in Betrieb genommen. Es arbeitet ohne Bedienungspersonal bis heute einwandfrei.
Der Ortsteil Heven, in dem das Wasserwerk für das nördliche westfälische Kohlenrevier das Wasser verteilte, wurde in den Monaten August/September 1963 in die eigene Versorgung einbezogen. Trotz der käuflichen Übernahme der Hevener Verteilungsanlagen mußte wegen der Abtrennung von Durchgangsleitungen das Rohrnetz erheblich erneuert und erweitert werden. Seit der Versorgung von Heven wird nunmehr der gesamte Wasserbedarf der Stadt Witten durch die Stadtwerke gedeckt.
Die restlichen aus dem Jahre 1880/82 stammenden Gebäude des Wasserwerkes mußten einem im Jahre 1966 fertiggestellten Neubau weichen, in dem Betriebsräume und das Lager untergebracht wurden.
Im Anschluss an diesen Neubau wurde ein geschlossener Kohlenbunker errichtet, in den die Kohle vom LKW abgekippt werden kann. Über Transportbänder gelangt die Kohle unterirdisch zum Kesselhaus. Sie braucht nunmehr nicht mehr von Hand umgelagert zu werden. Die Anlage wurde am 17.2.1967 in Betrieb genommen.
Der im Kesselhaus erzeugte Dampf wird seit 1964 nicht nur für die Dampfkolbenpumpe, sondern auch für die Erwärmung des Wassers der Fernwärmeversorgung für die Siedlung Bommerfeld benötigt, deren Heizzentrale sich im Wasserwerk befindet. Um den Dampf restlos zu nutzen, wird im Jubiläumsjahr ein Entnahme-Kondensations-Turbogenerator aufgestellt, mit dem es u.a. möglich ist, Eigenstrom zu erzeugen und das Wasserwerk vom allgemeinen Stromnetz unabhängig zu machen.


Schlußbetrachtung

Im Jahre 1967 stehen für die Wassergewinnung zur Verfügung:

1 Schnellfilteranlage
4 Anreicherungsbecken
49 Rohrbrunnen
5 Filtergalerien
1 Hilfssammelbrunnen
3 Sammelbrunnen
1 Hauptsammelbrunnen

Für die Wasserförderung sind im Einsatz:

1 stehende Kampfkolbenpumpe
4 elektrische Kreiselpumpen

Die maximale Förderleistung aller Pumpen beträgt 6.900 cbm in der Stunde. Hinzu kommt das Wasserwerk Mallinckrodt mit
18 Rohrbrunnen und 3 elektrisch angetriebenen Tauchpumpen
mit einer maximalen Förderleistung von 1.200 cbm je Sunde.

Die Wasserförderung betrug:

Jahr cbm
1870 535.270
1880 957.600
1890 2.636.180
1900 4.412.750
1910 7.524.780
1920 10.839.970
1930 9.523.690
1940 13.996.570
1950 14.246.710
1960 18.600.480
1966 20.266.780


1870 hat die Einwohnerzahl des Versorgungsgebietes 15.263 betragen.

Die Stadtwerke Witten verteilen heute Wasser im gesamten Stadtgebiet Witten und in der Gemeinde Wengern und beliefern in Bochum die Stadtteile Langendreer und Werne, außerdem die Stadt Wetter, das Amt Volmarstein und den Ortsteil Bommerholz der Stadt Herbede mit Wasser. Damit erstreckt sich die Wasserversorgung auf ein Gebiet mit insgesamt 186.000 Einwohnern.
Das Wasserrohrnetz hatte 1867 eine Länge von 9 966 m; um die Jahrhundertwende erreichte es 57.045 m.
Zu Beginn des 2. Weltkrieges, in den Jahren 1939/40, war das Wasserrohrnetz auf 131.735 m angewachsen. Bei den schweren Bombenangriffen auf Witten am 12. Dezember 1944 und am 19. März 1945 wurde es stark in Mitleidenschaft gezogen. Auch hier war es dem unermüdlichen Fleiß und der großen Einsatzbereitschaft der Männer der Rohrnetzabteilung zu verdanken, daß die unübersehbaren Schäden in verhältnismäßig kurzer Zeit wieder behoben werden konnten.
Schon 1950 war das Rohrnetz 189.317 m und 1960 224.968 m lang.
1966 waren 186.440 m Wasserrohrleitungen nötig, um die Bevölkerung, das Gewerbe und die Industrie mit Wasser zu versorgen.

Zu Beginn der Wasserversorgung 1867 hatten sich rd. 200 Häuser an die Wasserleitung angeschlossen, 1900 waren es rd. 1.500, 1930 = 3.400, 1950 = 5.091 und 1960 = 7.177 Häuser. 1966 wurden über 10.000 Wohnhäuser und Industriebetriebe mit Wasser versorgt.
Die Bedeutung der Wasserversorgung geht auch daraus hervor, daß seit der Währungsreform 1948 bis einschl. 1966 23.700.000 DM für Anlagen der Wassergewinnung, Wasserförderung und Wasserverteilung investiert worden sind.

So läßt sich nunmehr nach 100 Jahren Wasserversorgung in Witten feststellen, daß die damals im Bericht der Verwaltung der Stadt Witten von 1866/67 an den Beschluß über den Bau eines Wasserwerkes geknüpften Hoffnungen in Erfüllung gegangen sind. In diesem Bericht hieß es wörtlich:
"So haben wir die schöne Hoffnung, daß wir bald alle Vorteile, welche das Vorhandensein von reichlichem und gutem Wasser für die Gesundheit und Annehmlichkeit einer Stadt gewährt, genießen und der hier oft so fühlbar gewordene Wassermangel zu den überwundenen Übelständen gehört. Die Beschaffung guten Wassers ist wesentliche Vorbedingung für die Hebung einer Stadt und ist von nicht hoch genug anzuschlagender Bedeutung, daß in einer Stadt, die in so großen Dimensionen wächst wie Witten, die Gemeindebehörde es selbst in der Hand hat, dieses Bedürfnis für alle neu entstehenden Straßen und Stadtteile selbst befriedigen zu können."


Quellenverzeichnis

Auszüge wurden verwendet aus:

"Geschichte der Stadt Witten von der Uhrzeit bis zur Gegenwart"
von Gerrit Haren

"Witten und seine Umgebung, Abschn. Wasserwerk"
von Direktor Walther Voss

"Das Wasserwerk der Stadt Witten"
von Direktor Dipl.-Ing. Dr. Hans König


Herausgeber: Stadtwerke Witten (Erscheinungsjahr geschätzt 1968)
Fotos: Archiv der Stadtwerke Witten und des Presseamtes der Stadt Witten
Herstellung: Verlag und Druckerei G. Kroemer, Witten-Annen, Stockumer Straße 23